Turn- und Sportclub

von 1901 Eisdorf am Harz e.V.

Vereinschronik 1946 - 1982

 

Ein Jahr nach dem Zusammenbruch begann der Wiederaufbau, den Karl Koch zusammen mit Wilhelm Armbrecht und einigen bewährten Turnern in die Hand nahm. Bis zur ersten Generalversammlung im Januar 1947 hatte der Verein bereits wieder 126 Mitglieder. Schon war der Sportplatz einigermaßen hergerichtet, neue Umkleidekabinen sollten gebaut werden, denn die erste und zweite Handballmannschaft hatten in der Herbstserie der Spiele 1946 bereits wieder die 2. Plätze belegen können. Die erste Vorstandswahl nach dem Krieg brachte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Karl Koch, 2. Vorsitzender Wilhelm Armbrecht, Schriftführer Otto Fischbeck, Kassenwart Ernst Reinbrecht. Turnwarte Helmut Gebauer und Werner Uhe, Spielwarte Günther Schäder und Hermann Reinhardt, Singwart Karl Apel und Gerätewart Ernst Wille. Wilhelm Riehn, der den Verein in den Kriegsjahren 1939-1945 verwaltet hatte, übergab seinem Nachfolger das über den Krieg gerettete Vereinsvermögen und die Protokollbücher; selbst die alte Vereinsfahne war geborgen worden.

Der Vereinsname wurde geändert: Aus dem Turnclub wurde der TSC, der “Turn- und Sportclub Eisdorf von 1901”. Den Mitgliedern wurde die Teilnahme am Turnen und die Mithilfe beim Ausbau des Sportplatzes zur Pflicht gemacht.

Die Mitgliederzahl nahm, vor allem durch Aufnahme von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, weiter zu. Es gab wieder gesellige Veranstaltungen und Sportfeste. Unter der Leitung von Karl Zellmann nahm auch die Sängerriege ihren Übungsbetrieb wieder auf.

Für einen geregelten Sportbetrieb fehlten jedoch alle Vorraussetzungen. Es mangelte an Turnkleidung, Geräten und Material zum Weiterbau der Umkleideräume auf dem Sportplatz. Es fehlten Transportmöglichkeiten für die Handballspieler zu Punktspielen. Dennoch konnte man den Leistungsstand und die Beteiligung in den einzelnen Sparten als gut bezeichnen.


Damen-Handballmannschaft des TSC Eisdorf 1948

Dagegen verlief der Spielbetrieb beim Handball und in der neuen Sparte Tischtennis zufriedenstellend. Letztere belegte bei den Ausscheidungsspielen den ersten Platz, die Handballer standen hinter Schwiegershausen auf dem zweiten Tabellenplatz.

Die Sängerriege des Turnclubs Eisdorf schloss sich am 1. Juni 1949, nach vierzigjährigem Bestehen, mit dem Männergesangverein Concordia zum “Männer-Turn-Gesangverein” zusammen. Dieser Schritt bedeutete für den TSC den Verlust von rund vierzig seiner meist älteren Mitglieder.

Heute wie vor 100 Jahren wirbt der Turn- und Sportclub um junge Menschen, die aus Freude am Turnen, am Spiel und am Sport bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit zur körperlichen und seelischen Ertüchtigung besonders der heranwachsenden Generation zu opfern, damit diese die Probleme und Gefahren einer modernen Industriegesellschaft besser bewältigen kann.

Im Mai 1950 war unter dem Vorsitz von Paul Deichsel in eisdorf ein Fußballclub gegründet worden. In einer Vereinbarung zwischen dem TSC und dem FC wurde festgelegt, dass der FC den vom TSC gepachteten Sportplatz gegen Zahlung einer Gebühr mit benutzen konnte. Deichsel weigerte sich später jedoch, den Vertrag durch seine Unterschrift anzuerkennen. Schließlich traf man am 30. April 1951 folgende Übereinkunft: Ein gemeinsamer Ausschuss beider Vereine sollte in Zukunft alle Streitigkeiten schlichten, indem er über Spielerwechsel bzw. Spielerabwerbung und Platzbenutzung verhandelte. Außerdem sollten von nun an beide Vereine jährlich einen bestimmten Geldbetrag in eine gemeinsame Kasse einzahlen, der ausschließlich der Instandhaltung des Platzes diente. diese Regelung galt mehrere Jahre und trug dazu bei, dass sich das Einvernehmen zwischen TSC und FC besserte.

Im Mai 1951 feierte des TSC sein fünfzigjähriges Stiftungsfest. Im gleichen Jahr nahmen erstmals 26 Eisdorfer Mädchen und Jungen am Gaukinderturnfest in Scharzfeld teil, dabei erzielte Friedhelm Armbrecht die höchste Punktzahl aller Teilnehmer. Kurz vorher war es Otto Fischbeck gelungen, den Saal des Vereinslokals für die Übungsstunden im Winter wieder anzumieten.


TSC Mädchenriege in den 50er Jahren: von links: Wihelm Schneider, Renate Ebeling (Schütte), Edeltraud rüprich (Neuse), Christa Schwob (Mügge), Martha Eggers (Pfau), Marlies Schlörke (Flohr), Hella Hildebrand, Elsbeth Lüddecke (Lewin), Eva-Maria Tappe und Ingeborg Zaumseil

1952-1954 lenkte Erich Hellmold die Vereinsgeschäfte bis er 1955 von Otto Fischbeck abgelöst wurde. In diesen Jahren setzten auch die Eisdorfer Handballspieler ihre Siegesserie fort. 1952 blieben sie in 10 Feldspielen ungeschlagen, die Jugendmannschaft erreichte den 2. Tabellenplatz.

Nach einer Aussprache zwischen den Vorständen des FC und des TSC im Februar 1956 entschied der Fußballclub, sich in den TSC einzugliedern. Sein Vorsitzender Deichsel übernahm im Turn- und Sportclub das Amt des Schriftführers und die Leitung des Sparte Fußball. Doch schon nach zweieinhalb Jahren beschloss die Sparte Fußball, ihren ehemaligen Verein wieder zu gründen. Im folgenden Jahr gründete August Blötz im TSC auch noch die Sparte Schach mit 16 aktiven Spielern.


Beim Deutschen Turnfest 1958 in München konnten die Teilnehmer Adolf Wedemeyer, Erhard Kriebel, Robert Schmidt, Friedhelm Armbrecht und Dieter Fischbeck für den TSC Eisdorf gute Plätze belegen.

Nun wurde erneut das Thema “Turnhallenbau” aufgegriffen und für die Zeit bis zur Verwirklichung dieses Plans mietete man als Übungsraum für Fußball- und Handballspieler den Dreschschuppen an.

Unter der Leitung von Fritz Brünau verhandelte des TSC erneut über den Bau eines Sportplatzes und einer Turnhalle . Im Verlauf des Jahres 1960 konnte mit der Kirche ein Pachtvertrag geschlossen werden, so dass bereits im Herbst die Planungsarbeiten zum Sportplatzausbau begannen. Während des 60jährigen Stiftungsfestes, Anfang September 1961, konnte der neue Sportplatz mit einem Spiel der ersten Herrenmannschaft Eisdorf gegen die Handballmannschaft aus Vienenburg eingeweiht werden.

Vom Kreissportbund und anderen Sportverbänden wurden noch einmal rund 11.000 DM für den weiteren Ausbau des Sportplatzes bereitgestellt und der Beginn des Turnhallenbaues für das Jahr 1962 wurde zugesagt. Turnbruder Helmut Binnewies erstellte kostenlos die Bauzeichnung und übernahm die Bauleitung. Gemeindemitglieder halfen unentgeltlich und die Interessentenforst und der Kirchenforst stellten 50 Fm Holz für den Hallenbau zur Verfügung.

Im Alter von 84 Jahren starb 1963 der Vereinsgründer, langjähriger Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des TSC Eisdorf, Wilhelm Beyer. Er erlebte wenigstens noch den Baubeginn der Turnhalle, ein Ziel, für das er sich zwei Generationen hindurch eingesetzt hatte. 1964 übergab Fritz Brünau die Leitung des TSC Eisdorf an Robert Kesten, der jedoch im gleichen Jahr starb. Als Nachfolger wurde Erich Hellmold gewählt.

Von 1963 bis 1970 hatte der TSC wöchentlich 2 Übungsstunden im Lehrschwimmbecken Gittelde zur Verfügung wo Kindern Schwimmunterricht erteilt wurde. Der Erfolg dieser Bemühungen konnte sich sehen lassen: Mehr als 100 Freischwimmer-Zeugnisse wurden in diesem Zeitraum ausgehändigt.

Die Inbetriebnahme der Turnhalle im Herbst 1964 hatte der TSC einen enormen Mitgliederzuwachs zu verdanken. Die Mitgliederzahl stieg von 114 auf 316 !! Mehr als hundert Kinder traten dem Verein bei. Sie wurden von Frau Hartig, Erhard Kriebel und vier Lehrkräften der Eisdorfer Schule in den Nachmittags-Sportstunden betreut.

Die Kinder und Jugendliche nahmen auch regelmäßig an Wettkämpfen und Turnfesten teil, welche auf Kreisebene (Harzturngau) ausgeschrieben wurden. Sehr beliebt war für die Kinder das Gaukinderturnfest in Scharzfeld, das oft mit einer Übernachtung in einer Scheune verbunden war. Und immer war der TSC mit einer sehr hohen Teilnehmerzahl vertreten, einmal waren es sogar 86 Kinder.


Kinderturnfest in Scharzfeld 1968

Großen Zuwachs hatte auch das Frauenturnen. Die 1964 gegründete Damenriege, anfangs unter der Leitung von Frau Nullmeyer, dann Elsbeth Lewin und Marlies Fellinghauer, entwickelte sich bald zu einer der stärksten und aktivsten Sparten des TSC. Sehr beliebt waren Tanzvorführungen der Gruppe. Geschätzt wurden ihre handwerklichen Fähigkeiten u.a. bei der Instandsetzung der Vereinsfahne und ihre Hilfe bei der Organisation und Ausrichtung von geselligen Veranstaltungen. Von Anfang an betreut Ilse Ernst diese Gruppe und kümmert sich um ihre Belange.

Etwas später als die Damen erkannten auch die Herren den Wert der neuen Turnhalle. Die 1965 von Erhard Kriebel ins Leben gerufene “Jedermann-Gruppe” war zunächst eine reine Männerriege. Später fanden immer mehr Frauen Gefallen an dem abwechslungsreichen Angebot dieser Abteilung des TSC, und nach und nach stießen auch Sportler aus Nachbargemeinden dazu. Unter der Leitung von Erhard Kriebel, Jürgen Burchardt und Dieter Schäder wurde die Jedermannsparte zu einer wichtigen Gruppe, die das Vereinsleben in allen Bereichen mitgestaltete.

Die erste Adventsfeier des TSC fand am 19. Dezember 1965 im Saal “Ohse” statt. 150 Kinder nahmen teil und gestalteten mit turnerischen Vorführungen und Gesangseinlagen das Programm. Diese Adventsfeiern haben sich zu Jahresabschluß-Feiern gewandelt, bei denen neben sportlichen Vorführungen auch Kaffee und Kuchen für Gäste angeboten wird.

Für Schlagzeilen sorgte auch die Sparte Handball. Es ist in diesem Rahmen nicht möglich, die vielen Erfolge der Eisdorfer Handballmannschaften in der zweiten Hälfte der sechziger und zu Beginn der siebziger Jahre aufzuzählen. Die Jugendmannschaft unter der Leitung von Gerhard Köhler erreichte einen so hohen Leistungsstand, dass es ihr sogar gelang, eine so bekannte Mannschaft wie die “Reinickendorfer Füchse” aus Berlin zu bezwingen. Leider war es dem TSC auf Dauer nicht möglich, die finanzielle Belastung durch Auswärtsspiele zu tragen, die der Aufstieg in eine höhere Klasse mit sich brachte. Auch die Trainingsmöglichkeiten, in der nur 12 mal 24 Meter großen Eisdorfer Turnhalle, erwiesen sich als nicht ausreichend für einen Spielbetrieb auf hohem Niveau.


oben: Trainer Gerhard Köhler, Dieter Sinram, Helmut Wolter, Bernd Lawes, Winfried Klose unten: Rüdiger Wenig, Wilhelm Spohr, Willi Sinram, Jürgen Weitemeyer Bernd Uhe

1967 wurde Rudolf Wenig als Vorsitzender gewählt. Unter seiner Leitung erfolgte 1969 die gerichtliche Eintragung ins Vereinsregister unter der Bezeichnung “Turn-und Sportclub (TSC) von 1901 Eisdorf am Harz e.V.”. Gleichzeitig wurde die Satzung aus dem Jahre 1911 aktualisiert. Sechs Jahre leitet Rudolf Wenig den TSC Eisdorf, bis 1973 Hans Flohr diese nicht immer leichte Aufgabe übernahm.

Ab Februar 1970 wurde Erhard Kriebel, der zuvor auch schon die Aufgabe des Jugendleiters im TSC übernommen hatte, hauptamtlich als Turn- und Sportlehrer im Kreissportbund Osterode angestellt. Der “KSB”, die Dachorganisation aller sporttreibenden Vereine im Landkreis Osterode, hatte eine in Deutschland einmalige Einrichtung, das “Sportlehrermodell”, geschaffen. Beim KSB angestellte Sportlehrer konnten von den Turnvereinen zu äußerst günstigen Bedingungen als Übungsleiter eingesetzt werden. Somit stand dem TSC Eisdorf eine qualifizierte Fachkraft mit 12 Wochenstunden als Trainer zur Verfügung. Von nun an kümmerte sich Erhard hauptamtlich um Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene wie z.B. die “Jedermanngruppe”. Mit zahlreichen Sonderveranstaltungen, wie Ski- und Sommerfreizeiten oder der Betreuung des Kinderfaschings nutzte Erhard Kriebel seine Verpflichtung, Ausgleichsstunden in den Schulferien zu leisten zum Vorteil des TSC Eisdorf.

1972, als Jogging noch “Waldlauf” genannt wurde, fand sich auf Initiative von Karin Führer und Erhard Kriebel eine Gruppe sportlicher Männer und Frauen zusammen, um Sonntag morgens im Westerhöfer Wald zu trainieren. Aus dieser “Waldlaufgruppe” ist der heutige Lauftreff entstanden.

Unter der Leitung von Karl Eggers entstand 1974 wieder eine Tischtennis-Sparte, die schon ein jahr später Mitglied des Niedersächsischen Tischtennisverbandes wurde. In ihrer Blütezeit zählte diese Gruppe mehr als 50 Mitglieder und stellte bis zu 6 Mannschaften im Punktspielbetrieb. Einer Damenmannschaft gelang 1989 der Aufstieg in dei Bezirksklasse.
Mit sehr guter Beteiligung der Dorfgemeinschaft wurde 1976 das 75jährige Bestehen des TSC Eisdorf mit einem 3tägigen Zeltfest am Steinweg gefeiert. Neben den örtlichen Vereinen nahmen 14 auswärtige Vereine an den Feierlichkeiten und an einem Umzug durch das Dorf teil. 415 Sportler beteiligten sich an einem leichtathletischen Dreikampf und 564 Personen bestritten einen Jedermann-Wettkampf. Auf diese Resonanz konnte der TSC berechtigt stolz sein.

Seit 1977 wird in der Eisdorfer Turnhalle auch Volleyball gespielt. Karin Führer kam auf den Gedanken, jungen Vereinsmitgliedern einen attraktiven und Aktuellen Mannschaftssport anzubieten. Intensiver Übungsbetrieb und Turniere in der Volleyball-Freizeitliga brachte der Gruppe unter der Leitung von u.a. Stefan Löding einen Leistungsstand, der es erlaubte, auch an Punktspielen teilzunehmen. Höhepunkt war der Aufstieg in die Bezirksklasse im Jahr 1995.

1978/79 wurden eine Mädchen- und eine Jungenfördergruppe im Geräteturnen aufgestellt. Unter Leitung von Sportlehrer Erhard Kriebel nahmen diese Gruppen erfolgreich an verschiedenen Wettkämpfen auf Kreisebene teil. Besonders stolz kann der verein auf folgende Ergebnisse sein: drei Mädchen nahmen Mitte der 80er Jahre, 3 Jahre an den Landesmeisterschaften im Geräteturnen teil und belegten 2 mal den dritten und 1 mal den zweiten Platz. Im gleichen Zeitraum nahmen vier Jungen an den Bezirksmeisterschaften teil und belegten 1 mal den zweiten Platz und 1 mal den dritten Platz.

Eine von Sabine Wode 1979 ins Leben gerufene Gruppe betrieb zunächst rhythmische Gymnastik mit Musikbegleitung. Später wurden auch Tänze eingeübt und bei der Betreuung des jährlichen Kinderfaschings. Aus dieser ehemaligen Mädchen-Gymnastikgruppe ist die heutige Tanz- und Gymnastikgruppe entstanden.

Auf Initiative des damaligen 2. Vorsitzenden Hans-Gerd Heisenberger wurden von 1978 bis 1988 jährlich ein Sommerbiathlon und ein Volkswandertag organisiert. In Zusammenarbeit mit dem Schützenverein konnte den Teilnehmern ein Lauf- und Schießwettbewerb angeboten werden, die Wanderer lernten auf markierten Strecken Eisdorf und den Westerhöfer Wald kennen. bei einer dieser Veranstaltungen wurden 350 Teilnehmer registriert.

 

 

 

 

Der TSC Eisdorf wünscht allen

Mitgliedern, Freunden und Sponsoren

eine schöne Weihnachtszeit und

eine gesundes und erfolgreiches neues Jahr

weihn46